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Austausch Köln-Fertöd

Deutsch-ungarische Freundschaft

Nachdem unser letztes Comenius-Projekt so gut gelaufen war, hatten die beiden Schulleiter in Köln und Fertöd sich entschlossen, daraus einen dauerhaften Schüleraustausch entstehen zu lassen mit dem Ziel, vor allem gemeinsame Projekte im biologisch-naturwissenschaftlichen Bereich durchzuführen.

Im Mai fand dieser Austausch nun zum ersten Mal statt. Zunächst waren die ungarischen Schüler in Köln (2.-9.5.11), anschließend (9.-16.5.11) flogen die deutschen Schüler zusammen mit ihren Partnern nach Wien, von dort ging es mit dem Bus weiter bis Fertöd am Neusiedler See.

Das Wetter war in beiden Wochen hervorragend, so dass die vielen gemeinsamen Unternehmungen wirklich Spaß machten.

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THT

Schülerberichte

Ungarn Austausch – Zwei Wochen voller neuer Eindrücke

Der Ungarn Austausch hat damit begonnen, dass die Ungarn eine Woche bei uns in Köln zu Besuch waren.

Ich hatte noch nie zuvor an einem Austausch teilgenommen und war ziemlich aufgeregt.

Waren die Ungarn erst einmal angekommen, begrüßten wir sie erst ziemlich schüchtern am Flughafen, doch schon schnell entwickelten sich Freundschaften und man traf sich schon abends um noch ein bisschen zusammen zu sein.

Eine Woche voller Ausflüge begann. Eine Kulturreise für die Ungarn in eine vielleicht gar nicht so andere Welt.

Die Zeit in Köln verging sehr schnell und schon bald sollten wir nach Ungarn fliegen.

 

Der Flug ging Montagmittag zusammen mit dem Austauschschülern nach Wien und von da aus mit dem Bus nach Fertöd- zur Schule der Ungarn wo die Eltern schon auf uns warteten. 

Ich freute mich sehr auf die Eltern, da sie auch vorher schon Kontakt zu mir aufgenommen hatten und mich sehr herzlich begrüßten.

Am Ersten Abend bekam ich noch Sopron gezeigt und konnte erste Eindrücke von ungarischen Städten sammeln. Es war irgendwie so anders aber auch ganz ähnlich. Ich war begeistert von den alten Häusern und den vielen Gässchen. Mein Austauschschüler Istvan zeigte mir den Feuerturm, das Rathaus, die alte Stadtmauer... Es gab unglaublich viel zu entdecken.

Dienstags begannen dann unsere gemeinsamen Ausflüge mit dem Lehrern und anderen Schülern. Ich konnte so einiges sehen und entdecken: Das wunderschöne Schloss Esterhazy in dem die Schule der Ungarn untergebracht ist,  verschiedene Blickwinkel auf die Natur um den Neusiedler See auf österreichischer und ungarischer Seite, Györ und vieles mehr.

Die Zeit fing an zu rasen und sehr schnell war schon Samstag, wo wir die Möglichkeit hatten nochmal einen ganzen Tag mit unseren Austauschschülern zu verbringen. Ich fuhr mit Istvan und einer Gruppe von anderen Schülern nach Wien. Da Istvan in Wien aufgewachsen war konnte er mir auch dort sehr viel zeigen.

Und dann war schon fast wieder Montag und die Heimreise stand an. Die Heimreise von einer Woche toller und unvergesslicher Ereignisse die immer in meiner Erinnerung bleiben werden!  (Bea)

 

 

Bericht Ungarn-Austausch von 02.05.11- 16.05.11 von Nina G.

Alles in allem war der Ungarn-Austausch für mich eine sehr schöne Erfahrung.
Am 02.05 holten wir die Ungarn am Flughafen in Köln ab. Mein Austauschschüler hieß Attila und war 16 Jahre alt. Er konnte sehr gut Deutsch sprechen und verstehen, was die Kommunikation einfach machte. Am ersten Abend trafen wir uns mit anderen Deutschen mit ihren Austauschschülern im Park, wo wir Karten spielten und uns kennen lernten. Die restliche Woche gab es viel Programm. Wir besuchten beispielsweise die Bundesgartenschau in Koblenz, mehrere Museen und zeigten den Ungarn die Stadt. Am Wochenende wurde etwas in den Gastfamlien gemacht und am letzten Tag trafen sich fast alle zum Grillen bei Emil zu Hause.
Ich glaube den Ungarn gefiel Köln sehr gut, zumal sie in Ungarn alle sehr weit voneinander weg in kleinen Dörfern wohnen. Das Programm war größtenteils gut und spaßig. Das Kanufahren am Decksteiner  Weiher gefiel mir zum Beispiel gut, wobei die Organisation nicht ganz perfekt war. Man hätte vielleicht noch etwas unternehmen können, was für Ungarn und Deutsche neu ist und was gerade für Jugendliche interessant ist, wie zum Beispiel ein Besuch in der Kletterhalle oder in einer Tropfsteinhöhle.
Am Montag darauf flogen wir mit den Ungarn zusammen zu ihnen. Ich fand sehr gut, dass es keine Pause dazwischen gab und die Austausche unmittelbar hintereinander stattfanden.
Ich war mit Gianna zusammen in einer Familie, da Attila eine Zwillingsschwester hat, die auch mit machte.
Meine Gastfamilie war sehr nett und offen. Ich fand es ein bisschen schade, dass man nicht so gut mit den Eltern reden konnte, da wir ja kein ungarisch können. Es hat dennoch ganz gut geklappt sich zu verständigen.
In Ungarn hatten wir viel Programm. Die Kanutour auf den Neusiedlersee fand ich am besten. Die Abtei, die wir besichtigten fand ich nicht ganz so interessant aber ich denke das ist Geschmackssache.
Es war schade, dass wir nicht nach Budapest oder Wien mit der ganzen Gruppe fahren konnten, da so ein Ausflug sicher sehr interessant geworden wäre.
Ich fand gut, dass es in Ungarn keinen Euro, da man so richtig das Gefühl hatte im Ausland zu sein. Alles in allem ist es sonst aber nicht viel anders als in Deutschland.
Zum Glück sind wir am Samstag doch noch nach Wien in einer kleinen Gruppe gefahren, was mir sehr gut gefiel und sich richtig gelohnt hat. Wir waren am Naschmarkt, in mehreren Museen und sind viel rumgelaufen. Leider hatten wir nicht viel Zeit.
Am Montag darauf flogen wir auch wieder zurück. Die Zeit ging sehr schnell um, trotzdem habe ich einiges aus der Zeit mitnehmen können und bin froh mitgemacht zu haben. (Nina)

 

Bericht von Rebecca

Der Austausch in Ungarn war eine neue Erfahrung für jeden von uns Teilnehmern. Für uns Deutsche sind meist eher die westlichen Länder der europäischen Union beliebtere Urlaubsländer als ein Besuch im Osten. Schade eigentlich, denn vor dem Flug nach Wien und von da dann der Fahrt nach Fertöd musste ich mir somit die Frage stellen, was mich in der kommenden Woche überhaupt erwarten würde.
Angekommen in Ungarn wurden wir von den Eltern unserer Gastschüler begrüßt und fuhren zu ihnen nach Hause. Die Schüler der Esterhazy Schule wohnen sehr verstreut in weit  auseinander liegenden Orten. Für uns Kölner, die bequem mit Bahn oder Bus in 20 Minuten zum anderen Ende der Stadt gelangen können, erst einmal gewöhnungsbedürftig.
Am Montag, unserem ersten richtigen Tag im Nachbarland, erwartete uns zunächst ein ungarischer Sprachkurs, der für einige Schüler sehr hilfreich im Hinblick auf die Kommunikation mit den Eltern unserer Gastschüler war, da einige so gut wie gar kein Wort Deutsch sprechen konnten. Allgemein hat es mich sehr überrascht, dass in Ungarn so viele Jugendliche in unserem Alter Deutsch lernen. Während wir in unserem Schulsystem darauf bedacht sind, weit verbreitete Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch zu erlernen, wird in ungarischen Schulen meist Deutsch gelehrt. Dies ist vor allem durch die nahe Grenze zum Nachbarland Österreich bestimmt, dessen Schulsystem bzw. Abiturweg die Schule im Esterhazy Schloss übernommen hat. Durch eine Partnerschaft zwischen unserer Austauschschule und einer nahe gelegenen österreichischen Schule, die wir auch einmal von außen betrachten durften, fahren jeden Morgen deren Lehrer nach Ungarn und unterrichten dort „österreichische Fächer“. Zu Besuch im Unterricht waren wir insgesamt zwei Mal und waren sehr überrascht, was für eine große Rolle unsere eigene Sprache im Schulleben der Ungarn spielt. „ Mir gefällt Deutsch, es ist zwar nicht so einfach, aber Englisch ist für mich viel schwieriger“, antwortete meine Gastschülerin auf die Frage, warum denn Deutsch und nicht Englisch. Meine Gastmutter erwiderte, dass viele Menschen, vor allem rund um Fertöd hoffen, später mal eine Arbeitsstelle in Österreich finden zu können, da dort beispielsweise die Bezahlung besser ist als in Ungarn. Ungarisch und Deutsch sind zwei komplett unterschiedliche Sprachen mit unterschiedlichen Wurzeln, trotzdem war es schön zu sehen, wie die Schüler sich enorme Mühe mit dem Erlernen geben. Von uns Deutschen kenne ich rhetorisches „Schludern“ beim auswendig Lernen so mancher Vokabeln, doch in Ungarn war dem nicht so. Unter der Woche waren unsere Ausflüge meist auf den biologischen Schwerpunkt unserer kleinen Reise ausgelegt. Neben Wanderungen durch den großen Nationalpark am Neusiedlersee, durfte jedoch natürlich nicht der geschichtliche Aspekt fehlen. Da sich die Schule in einem Teil des großen Esterhazy Schlosses befindet, wurden wir Zeugen einer eigenen Führung durch die Zimmer der einstig zweit einflussreichsten Familie in Ungarn, deren einzig noch lebende Nachkomme immer noch ein Appartement im Schloss sein eigen nennen darf. Die Schönheit des Schlosses in Fertöd wurde mir vor allem durch die Besichtigung des Schlosses in Schönbrunn bewusst, als sich die engagierten Schüler aus Ungarn und die Deutschen zusammen organisierten und einen Ausflug nach Wien planten. Noch nie zuvor in Wien war ich erst einmal ein bisschen enttäuscht, da das Schloss der Kaiser zwar überaus prächtig war, das Esterhazy Schloss aber, mit dem Zug und Bus gute zweieinhalb Stunden entfernt, durch mehr Charme überzeugte. Allgemein war das Wochenende ein voller Erfolg. Aber auch unter der Woche gab es reihenweise nennenswerte Ausflüge. Neben dem Nationalpark und einer Kanutour war dies beispielsweise eine schöne Stadtführung durch Gyor, die wir genießen durften. Die Stadt war, wie der Stadtführer uns offenbarte, ein wichtiger Angelpunkt in der Geschichte Ungarns im Hinblick auf die Besetzung der Türken. Von keinem anderen Ort in Europa ist die Distanz zu Hauptstädten so gering. Von Gyor aus erreicht man am schnellsten, Budapest, die Hauptstadt von Ungarn, Wien in Österreich und das slowakische Bratislava. Letztere der beiden Städte konnte ich zum Glück am Wochenende genießen, einmal Wien mit der Schülergruppe am Samstag und am Sonntag Bratislava mit meinen überaus freundlichen und lieben Gasteltern. Die eine Woche in Ungarn war auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung für mich und hat definitiv so manches vielleicht vorhandenes Vorurteil bei ein paar von uns aufgeräumt. Die Schüler in Ungarn wohnen zwar im Gegensatz zu uns natürlich sehr ländlich, interessieren sich jedoch für genau dieselben Sachen, sind offen und herzlich gegenüber neuen Erfahrungen und genießen ebenfalls das Zusammentreffen zweier Kulturen. Allgemein kann ich sagen, dass der Austausch mich sehr viel mehr weiter gebracht hat, als ich anfänglich vielleicht angenommen hätte. Von Beginn an fand ich es zwar wichtig, mehr über die östlichen Länder von Europa zu lernen, dass ich dabei aber so nette Menschen kennen lernen und mich so wohl und zu Hause fühlen würde, hätte ich nicht gedacht. Vor allem nicht da, obwohl ich mich natürlich in Deutschland und vor allem Köln überaus wohl fühle, die Zeit in Ungarn jetzt auch noch gut einen Monat nach der Rückkehr doch tatsächlich wirklich vermisse. (Rebecca)

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