Besuch im EL-DE-Haus: Ein Erfahrungsbericht der Klasse 10f

Am 08.11.2024 waren wir zusammen mit unserem Geschichtskurs mit Herrn Edler & mit Herrn Yildirim als Unterstützung auf einer Exkursion im EL-DE-Haus am Appellhofplatz. Das EL-DE-Haus ist das heutige NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Ursprünglich war das Gebäude der Sitz der Gestapo in Köln, in dem Verhöre und Inhaftierungen stattfanden. Dieser Besuch war sehr eindrucksvoll und hat uns viele dunkle Seiten der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns aktuell im Geschichtsunterricht, da es wichtig ist, sich mit der Vergangenheit dieser Zeit auseinanderzusetzen. Ein Mitarbeiter des EL-DE-Hauses hat uns einen Rundgang durch das Gebäude gegeben und hat uns über die Entwicklung der NS-Zeit informiert. Zuerst besuchten wir das erste Stockwerk, wo wir die Ausstellung ,,Köln im Nationalsozialismus‘‘ sahen. Diese Ausstellung gab uns einen Überblick über das Leben in Köln während der NS-Zeit. Wir sahen verschiedene Dokumente und Fotografien, die das tägliche Leben unter der Naziherrschaft verdeutlichen. Anschließend gingen wir ins zweite Stockwerk, in dem uns intensiver mit der Verfolgung von Minderheiten, wie den jüdischen Mitbürgern und den verschiedenen Widerstandsbewegungen gegen das nationalsozialistische Deutschland beschäftigten. Zum Abschluss besuchten wir den Keller, der das ehemalige Gefängnis der Gestapo enthält. Dieser Teil des Hauses war besonders eindrucksvoll und erschütternd, da hier noch Inschriften von Gefangenen an den Wänden zu sehen sind.

Der Besuch im EL-DE-Haus war eine wichtige und informative Erfahrung für uns, die uns teilweise beeindruckt, aber auch schockiert hat, da es schwierig zu glauben war, dass Menschen unter solchen schlimmen Umständen leben mussten. Manche Menschen wurden ohne jeden Grund dort gefangen gehalten und wurden so zu Opfern des nationalsozialistischen Unterdrückungssystems. Ein sehr emotionaler Moment war der, als wir erfuhren, wie die Menschen zu fünfzehnt in einer Zelle gefangen waren und unter welchem enormen Druck sie standen. Eine Geschichte hat uns besonders berührt, da eine schwangere Frau, Marinette, festgehalten wurde. Acht Tage nach der Geburt wurde ihr das neugeborene Kind weggenommen, was sie zutiefst verletzte und sie dadurch psychisch krank wurde. Die Gefangenen, die dort unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten wurden, hinterließen zahlreiche Botschaften auf den Wänden. Diese Inschriften wurden mit verschiedenen Gegenständen geschrieben, die die Insassen noch bei sich trugen. So z.B. ein roter Lippenstift (leicht zu verwechseln mit Blut) oder mit einem Bleistift. Das gab einen erschreckenden Einblick in das Leiden und die Verzweiflung der Menschen, die dort eingesperrt waren. Es war bedrückend diese persönlichen Spuren der Gefangenen zu sehen, die in dieser düsteren Umgebung versuchten ihre Existenz und ihren Widerstand am Leben zu erhalten.

Die Exkursion war eine sehr bewegende Erfahrung. Dieser Ort erinnert uns daran, dass solche schlimmen Ereignisse nie wieder vorkommen dürfen und wir Verantwortung für die Gestaltung unserer Zukunft übernehmen müssen.

 

von Amelle Bourouba, Lisa Meurer und Marlene Sorusch (10f)